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3.-10.09.2017 - Emder Schüler in Israel - siehe in: Exkursionen 2017

Eine Reise nach Lodz Projekt mit BBS II Emden, www.emden-lodz.de

Stolpersteine auf der Homepage der Stadt Emden, www.emden.de                                 

Letzte Änderung
November 15. 2017 10:52:42
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Gedenken 2016


Gedenkveranstaltung
"Pogromnacht 9./10. November 1938"



Gedenkveranstaltung
Datum: 9.11.2016
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Ort: Bollwerkstraße
Redner: Dr.Rolf Uphoff, Max-Windmüller-Gesellschaft
Schülerinnen und Schüler der IGS
Oberbürgermeister Bernd Bornemann



Shulamit Jaari (Sophie, geborene Nußbaum) und Seew Jaari ( Werner van der Walde)
1984 in Beer Tuvia, Israel


Video-Dokumentation
Datum: 9.11.2016
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Forum der Volkshochschule:
„Wir lebten in Emden – Zwei Emder Kinder“
Video-Dokumentation mit Shulamit Jaari,
in Emden geboren als Sophie Nußbaum.
Erarbeitet von Gesine Janssen und Siegfried Sommer
in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule.


Emder Zeitung 08.11.2016      Plakat       Ostfriesenzeitung 08.11.2016
Emder Zeitung 10.11.2016                      Ostfriesenzeitung 10.11.2016

Redebeitrag Dr. Rolf Uphoff während der Gedenkveranstaltung:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Bornemann, sehr geehrte Damen und Herren!

Am 23.10.1941, vor 75 Jahren, erfolgte die Deportation der letzten jüdischen Bürger Emdens mit ihren Glaubensgenossen aus Aurich und Norden in das Getto von Litzmannstadt, Lodz.

Im Foyer der VHS beschreibt eine Ausstellung das Schicksal der Opfer, von denen keiner den Holocaust überlebte. Dieses Ereignis war der Endpunkt einer Entwicklung, in der der 9/10. November 1938 eine Zäsur war. Die Reichspogromnacht, der wir heute gedenken, bildete eine Weggabelung, die zum Holocaust führte.

Der Rückblick auf die Ereignisse nach dem 30. Januar 1933 lässt auf eine Zwangsläufigkeit der Ereignisse schließen. Ein solcher Rückschluss entspricht aber nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Die Nationalsozialisten begannen zwar nach dem Erhalt der Regierungsmacht mit der konsequenten Umsetzung ihrer antijüdischen Agenda, wie sie Hitler in seinem Bekenntnisbuch definiert hatte, aber ihre Absicht war die Vertreibung der jüdischen Minderheit nach vorheriger Ausplünderung. Der Weg in den Holocaust öffnete sich nach der Anzettelung des Zweiten Weltkriegs.

Der Pogromnacht voraus ging die Ausweisung polnisch stämmiger und staatenloser Juden. Sie löste die Verzweiflungstat des Herschel Grynspan aus, die den Nazis als Auslöser ihrer „Aktion“ diente.

Jetzt sind seit der Pogromnacht des 9./10. November 1938 78 Jahre verstrichen. Es gibt Stimmen, die einen Schlussstrich fordern. Die Deutschen hätten genug gebüßt.

Unterstellen diese Stimmen nicht eine Kollektivschuld der deutschen Nation? Diese aber gibt es nicht. Es gibt Täter, derer es viele waren. Es gab Verantwortliche und es gab Agitatoren, die anstachelten. Anlässlich der Aufführung des Filmes „Linie 41“ am 24.10. hier in Emden war Natan Großman, Überlebender des Gettos LItzmannstadt und von Auschwitz, Teilnehmer an der Podiumsdiskussion. Er bezeichnete die NS-Täter und ihre Helfer als Bestien. Aber für ihn bleibt Deutschland ein Land der Kultur, der Musik und der großen Werte.

Wenn es aber so ist, dass die damaligen Täter nicht mehr sind, dann könnte man sich an die Pogromnacht erinnern und es als historisches Kapitel bezeichnen. Doch: Wenn heute wieder Minderheiten als Sündenböcke dienen, wenn wieder von jüdischer Weltverschwörung geredet wird, dann wird klar, warum wir keinen Schlussstrich ziehen dürfen und warum diese Gedenkveranstaltung ein Zeichen sein muss gegen Hass und Intoleranz.

Ich freue mich, dass auch dieses Jahr mit Schülerinnen und Schülern der IGS Emden Jugendliche einen Beitrag zu dieser Veranstaltung leisten und damit ein Zeichen setzen.

Wir gedenken heute der Ereignisse der Pogromnacht. Der brennenden Synagoge.

Wir gedenken des ermordeten Daniel de Beer

Wir gedenken Sally Löwenstein, der mit den Männern der jüdischen Gemeinde am 10.11.1938 zum KZ Sachsenhausen gebracht wurde  und dort nach stundenlangem Stehen vor dem Tor zusammenbrach und verstarb.

Wir gedenken Hermann Sax, der die Entbehrungen und Misshandlungen in Sachsenhausen nicht überlebte.

Wir gedenken der übrigen Männer der jüdischen Gemeinde, die wie Walter Philipson, die Haft im KZ Sachsenhausen ertragen mussten und Grausamkeiten ausgesetzt waren, deren Schwere sie nicht beschreiben konnten, teils wegen ihrer Traumatisierung, teils weil Worte das Grauen und den Schmerz nicht fassen konnten.

Wir gedenken der Familien, der Alten, der Frauen und Kinder, die am 10.11.1938 vor ihren geplünderten Geschäften und Wohnungen standen, nachdem sie, aus ihren Wohnungen zur Turnhalle der Neutorschule getrieben, eine Nacht der Misshandlungen, Entwürdigungen und Drangsalierungen erduldet hatten. Sie galten nicht mehr als deutsche Staatsbürger. Viele schafften es nicht mehr, auszuwandern. Es begann ein Martyrium, das oft in den Vernichtungslagern endete.

Ich übergebe das Mikrofon nun den Schülerinnen und Schülern der IGS für ihren Beitrag. Danach beschließt Herr Oberbürgermeister Bornemann diese Kundgebung.

Anschließend sind Sie herzlich zur Vorführung der biografischen Filmdokumentation über das Schicksal von Shulamit Jaari, Sophie Nußbaum, im Forum der VHS Emden eingeladen.




"Linie 41"

Nathan Grossmann in dem Film "Linie 41"


Nathan Grossmann und Jens Jürgen Ventzki

Montag, 24.10.2016


Linie 41, Film von Tanja Cummings,
im Anschluss Diskussion mit:
 Tanja Cummings, Nathan Grossmann und Jens Jürgen Ventzki
Ort: VHS - Forum, Zeit: 18:00 Uhr, Eintritt frei

Das Ghetto in Lodz wurde hermetisch abgeriegelt und streng von deutschen Wachposten observiert. Doch zugleich fuhr täglich eine Straßenbahn aus dem freien Teil der Stadt mitten durch das Ghetto und die Fahrgäste konnten sehen, wie es den Menschen darin von Woche zu Woche schlechter ging, wie sie hungerten, froren und auf offener Straße vor Erschöpfung starben.

Jahrelang verdrängte der 1927 geborene Natan Grossmann seine Erinnerungen an die Zeit der Gefangenschaft im Ghetto von Lodz. Der Wunsch zu vergessen war so groß, dass er es vermied, die Umstände des Todes seiner Eltern und das Schicksal seines Bruders zu ergründen, der 1942 im Ghetto verschwand. Nun aber, mit fast 90 Jahren, beginnt er eine späte Suche nach Antworten. Je mehr er über seinen verschollenen Bruder in Erfahrung bringt, desto mehr Erinnerungen kommen auch an seine Eltern und die schreckliche Zeit im Ghetto zurück.

Auf der Reise durch das heutige Lodz erfährt Natan Grossmann eine emotionale Konfrontation mit der Vergangenheit und erlebt Entdeckungen und Begegnungen, die er vor wenigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte.

Tanja Cummings ist Gründungsmitglied und Projektleiterin des Europäischen Vereins für Ost-West-Annäherung (EVA) und arbeitet seit 2007 als Produzentin und Produktionsassistentin für verschiedene Dokumentarfilme.

Eine Veranstaltung der Max-Windmüller Gesellschaft, des Stadtarchivs Emden und der VHS Emden


Weitere Infos:    http://www.lodzermenschen.net/


 Plakat       



"Exodus 1947" - Dokumentationstafel enthüllt


Zippy Portnoy, Izac Rozmann, Ofra Rozman, Gesine Janssen, Brigitte Schmidt
vor der Dokumenationstafel zur Odyssee der Exodus im Jahr 1947.

Zehn Monate lang lebten 2342 jüdische Flüchtlinge in der Emder Kaserne.
Die britische Armee hatte ihnen den Zugang nach Palästina verwehrt. Erst
nach der Gründung des Staates Israel konnten alle Holocaustüberlebenden
nach Erez Israel einwandern. Eine Dokumentationstafel wurde am 9. September
2016 im Eingangsbereich zur ehemaligen Kaserne Emden von den Schülerinnen
Frauke Huismann und Nina Stifter (Berufliches Gymnasium der BBS II Emden) enthüllt.


Emder Zeitung 10.09.2016     
Plakat        Ostfriesenzeitung 10.09.2016

Gedenken an die "Exodus-Passagiere"


Max-Windmüller-Gesellschaft setzt sich ein für eine Gedenktafel auf dem ehemaligen Kasernengelände in Emden


                
Im Jahr 1947 versuchten 5000 Menschen, die den Holocaust überlebt hatten, mit dem Passagierschiff
"Exodus" nach Palästina zu gelangen. Die britische Militäradministration als Mandatsmacht verwehrte
den aus Frankreich Kommenden die Einreise. Die Passagiere wurden zurückgebracht nach Frankreich und
2342 Personen gelangten im November 1947 nach Emden, wo sie in der Kaserne an der Auricher Straße
untergebracht wurden.                            

Ostfriesenzeitung vom 10.05.2016                              Emder Zeitung vom 10.05.2016